Heute habe ich den kulturellen Höhepunkt in Tel Aviv erklommen, denn ich habe mich ins Kunstmuseum der Stadt begeben.
Auf dem Weg dorthin fielen mir noch einige sehenswerte Bauten der Moderne auf und ich war im Bauhausmuseum, welches nur eine kleine Galerie mit Kaufladen ist und Führungen anbietet – letzteres muss ich mir noch überlegen, denn die Bauhausgeschichte kenne ich sehr gut aus dem Studium.
Auf dem vier Kilometer langen Weg durch die Stadt der Moderne sah ich sehr viel Grün – keine Parkanlagen, sondern hohe Bäume jeder Art. Am Museum wird man von der Skulptur mit dem Titel „Ewige Jugend“ begrüßt.
Der Haupteingang war wegen Umbauarbeiten geschlossen und wir mussten den Eingang des Erweiterungsbaus nutzen.
Das ist zeitgenössische Architektur aus dem Jahr 2011 und heißt Herta and Paul Amir Building nach den Stiftern. Es erinnert an das jüdische Museum in Berlin von Daniel Libeskind, stammt aber aus der Feder von Preston Scott Cohen aus den USA.
Eine große Ausstellung ist den israelischen Künstlern seit Staatsgründung durch Ben Gurion gewidmet. Ansonsten ist die gesamte Kunstgeschichte von Monet über de Chirico bis zur Moderne und zeitgenössischer Kunst abgebildet. Ich habe mich gefreut, einige Bilder von Chagall und Picasso im Original sehen zu können – hier Frau mit Brust:
Aber auch das Museum und insbesondere der Erweiterungsbau von Cohen waren sehenswert. In der Mitte gibt es einen kleinen Lichthof, um den sich die verschiedenen Geschosse mit ihrer Erschließung winden und in der Tiefe die Ausstellungen bergen.
Der Lichthof zieht sich über fünf Geschosse und endet in der Cafeteria im 2. Untergeschoss.
Auf dem Rückweg habe ich mich dann nach vier Stunden Museumsbegehung verlaufen und landete in der King Georg Street (der Name erinnert übrigens an die Britische Besatzungszeit). Da die Stadt mit ihren 400.000 Einwohnern aber nicht so groß ist, habe ich schnell wieder ein bekannte Straße gefunden.
Am späten Nachmittag ist dann wieder Schwimmen angesagt – ich habe hier volles Programm!
Nachtrag
Am Abend war ich noch in einem Pub, der sich „Salon Berlin“ nennt. Bier aus Berlin gab es dort aber nicht – nur Hefeweizen aus Süddeutschland.
Dort lernte ich jemanden kennen, der in der Nähe von Jerusalem aufgewachsen ist und als Musiker aus der Einöde nach Tel Aviv emigrierte. Er war zarte 29 Jahre alt und wusste nichts über den kalten Krieg. Nachdem ich ihm erklärt hatte, dass es der Konflikt zwischen Kommunismus und Kapitalismus war und der Kommunismus diktatorisch, meinte er erstaunt, dass sich Kommunismus und Diktatur ja ausschließen würden – ganz meine Meinung! Aber bevor wir dort landen, müssen eben Maschinen und Roboter die Arbeit übernehmen – die manuelle. Naja, das ist ein weites Feld….das führt jetzt zu weit – ich habe Urlaub!